Maria

Sie ist 67 und Rentnerin. Als Lehrerin hat sie angehenden Lehrern beigebracht wie unterrichtet wird. Das kann ich mir gut vorstellen, als sie mit ihrem sympathischen Lächeln und voller Power in meinem Studio steht.

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Maria hat 2 Söhne und 2 Enkelkinder und Anfang des Jahres wurde bei ihr ein 1,8 cm großer Krebs entdeckt. Es war am 13. Februar 2016, gerade mal 4 Monate nach der ihrer letzten Mammographie. Es folgte die OP, bei der, außer dem Tumor, auch 2 Lymphknoten entfernt wurden. Dann die Chemo, bei der Ihre Haare ausgingen, die im Moment jedoch schon wieder wachsen. Als sie kam, trug sie eine Perücke.

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Als sie diese abzog kam, wie von mir erwartet, eine ganz Andere zu Vorschein. Eine Weise, eine Kriegerin, eine Siegerin und ihre spezielle Fähigkeit war zu spüren, erfüllte den Raum.

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Was für eine tolle Frau!

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Kirsten

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Wie alle Frauen mit Glatze, die ich bisher fotografiert habe, hat auch Kirsten diese Superkraft. An die kann sie sich bei Belieben andoggen und auftanken. Kirsten, hat drei Töchter, 2, 8 und 15 Jahren alt und lebt in einer Patchworkfamilie.

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Auch mein Bedürfnis nach Romantik konnte sie mit der Geschichte stillen, wie sie ihren zweiten Mann kennengelernt hat, ich liebe solche Geschichten.

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Bei Kirsten, 41, wurde das zweite Mal Brustkrebs diagnostiziert.

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Im Oktober 2014 ist Kirsten das erste Mal an Brustkrebs erkrankt. Die Diagnose lautete: Befallene Lymphknoten, und beidseitig Brustkrebs. Triple Negativ, G3, mit hohem Ki-Wert und hormon positives DCIS. Der Gentest ergab BRCA 2. Sie ließ sich beide Brüste abnehmen ohne Aufbau und hatte eine Strahlentherapie. Ihr wurden die Eierstöcke sowie die Gebärmutter entfernt.

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Als sie heute in mein Studio kam, hatte sie gerade die vierte Chemo hinter sich. Ihre Augen strahlten. Vor allem, als sie über ihre Töchter sprach. Sie ist eben eine stolze Mutter von drei Töchtern. Die müssen sich, wenn sie alt genug sind, untersuchen lassen und Entscheidungen treffen.

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Kirsten ist eine wunderschöne, beeindruckende Frau, voller Kraft und Mut, sie hat mich tief beeindruckt.

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Jeder dieser Begegnungen macht mich demütig und dankbar der Tatsache gegenüber, dass ich bereits so alt werden durfte wie ich heute bin und, dass es in meiner Familie, im Gegensatz zur Kerstins Familie, keine Krebserkrankung gegeben hat.

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Elke

Was mich zu Anfang des Portrait-Projektes besonders schockte, war die Jugend der betroffenen Frauen.

Gestern war mein „Modell“ 60 Jahre alt, und heute hat Elke alles getoppt, denn sie ist am 25. September 1942 geboren und somit 73 Jahre alt. Sie ist heute Rentnerin und hat als Sozialarbeiterin gearbeitet. Elke ist verheiratet, hat keine Kinder und reist sehr gerne. Alaska, Hurtigruten und Nordeuropa waren ihre liebsten Ziele. In den letzten Jahren ist sie öfters an die Mosel gefahren. Auch das hat ihr gefallen.

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Sie entdeckte eine Veränderung in ihrer rechten Brust im letzten November. 5 cm groß war der schnell wachsende Krebs da bereits.

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Die Brust wurde entfernt und sie hat 4 sehr aggressive Chemotherapien hinter sich und bekommt nun 12 weiter, wöchentlich. Danach werden noch Lymphdrüsen entfernt und Bestrahlung ist geplant.

Elke hat mich durch ihr unglaubliche Energie und positive Ausstrahlung stark beeindruckt.

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Elke hat mir eine Foto von sich gezeigt, auf dem sie noch Haare hat. Und, wie bei all den anderen Frauen auch, fand ich, das war eine ganz andere Frau als die, die heute vor meiner Kamera stand.

MerkenFast auf den Tag genau 1 Jahr später

Heute (Mai 2017)war Elke wieder in meinem Studio

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Foto Ausstellung – 3. & 4. September 2016

Ich habe mich gerade daran erinnert.

Wenn man gegen etwas Hässliches kämpft, muss man die Schönheit in sich sehen können.

Das ist von Abbas Khider und in einem anderen Zusammenhang geschrieben, doch ich finde es passt. Habe gerade beim Verlag angefragt, ob ich es benutzen darf.
Ergänzung: da der nicht reagiert, tue ich es einfach 

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Als Düsseldorfer Künstlerin wurde ich eingeladen an den Düsseldorfer Kunstpunkten* teilzunehmen. Und ich habe ich mich entschlossen, meine Portraits zum Thema Fuck you Cancer in einer Ausstellung zu präsentieren.
Obwohl ich bereits tolle Portraits habe, suche ich weitere Frauen für dieses PortraitProjekt.
Darum meine Bitte – erzählt Sie von diesem Projekt, allen die Sie treffen, und die es interessieren oder betreffen könnte, danke. 

 

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*Was sind die Kunstpunkte?
An einem Wochenende im September ist es möglich Kunstschaffenden jeder Couleur bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen.
In diesem Jahr ist dies zum 20. Mal möglich, denn Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler öffnen an zwei Wochenenden dem Publikum ihre Ateliers und zwar am 3. & 4. September, im Düsseldorfer Norden und am 10.&11. September im Düsseldorfer Süden.

Anna

…habe ich jetzt ein Haltbarkeitsdatum?

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Ihr Partner stand schon immer auf Sinéad O’Connor …

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…und als sie 15 war, wollte sie ein Punk sein, traute sich dann aber nur die Haare wild zu färben. Heute ist sie promovierte Naturwissenschaftlerin und Mutter von Käthe (3) und Adam (1).

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Im Dezember 2015, kurz vor Adams erstem Geburtstag, wurde, aufgrund einer verhärteten Stelle in ihrer rechten Brust, Krebs diagnostiziert.
Das war 6 Wochen nach eine befundfreien Untersuchung durch ihre Frauenärztin.

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Anna ist 34 Jahre alt. Vom Krebs befallenen Lymphknoten wurden ebenfalls gefunden und der vermutete Bandscheibenvorfall entpuppte sich als Metastase.
Das ist eigentlich der Punkt, in dem es, lt. Leitlinien, keine Hoffnung mehr auf Heilung gibt.

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Annas Ärzte waren, angesichts ihrer Jugend, ebenso entsetzt, wie Jeder, der das liest. Gottseidank sind sie auch genauso engagiert im Kampf gegen den Krebs. Daher wurde die Metastase in einer 9stündigen OP entfernt. Sie hatte sich in einem Wirbelkörper verkapselt und Anna hat nun eine Titanstange im Rücken. Ihre rechte Brust wurde komplett entfernt, wie auch einige Lymphknoten. Die Brust wird nun wieder „aufgebaut“. Diese Kette hat sie von einer Freundin, es ihre „Heilungskette“, die wird sie tragen, bis sie krebsfrei ist.

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Seit 5 Wochen bekommt sie eine, speziell auf ihre Krebsart zugeschnittene Chemotherapie, die ein halbes Jahr dauern wird.

Wir kreieren den Begriff KrebsPunk für sie.

Wir reden über ihre beiden Kinder und diese Frau strahlt und strahlt und erst dieses absolut bezaubernde Lächeln.
Das sie im letzten Dezember am absoluten Tiefpunkt ihres Lebens war, ist leicht nachzuvollziehen und auch ihr Wunsch, ihre Kinder heranwachsen zu sehen.

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Sie hatte einen Bericht über mein Projekt „fuck you cancer“ in einer Zeitschrift gefunden und mich angerufen, da ihr der Titel gefällt.

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Die Begegnungen mit den an Krebs erkrankten Frauen, die ich vor einem Jahr angefangen hatte zu porträtieren, hatten mich so mitgenommen, dass ich nicht sicher war, ob ich das Portraitprojekt fortsetze. Habe überlegt und Anna dann eingeladen in mein Studio zu kommen.

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Ich bin sehr froh es getan zu haben, denn Anna ist ein ganz besonderer Mensch. Auch wenn sie ganz nüchtern über ihr Schicksal spricht, leise Verzweiflung anklingt, ist da auch ganz viel Lebensfreude und Energie, positive Energie.

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Wir haben zusammen darüber gelacht, dass es im Leben manchmal so ist, dass wir uns echt mies fühlen und dann nach Hause kommen und das Kind hat Fieber und braucht uns und wir denken, oh nein, jetzt nicht!

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Sie kann z.Zt. ihre Kinder nur bedingt selbst versorgen und hat keine Ahnung, wie sich die nächsten Monate für sie entwickeln werden.

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Sie ist sehr glücklich über ihre Freunde, die eine echte Hilfe sind und stellt sich vor, Enkel zu haben.
Noch nie war ich so dankbar darüber, so alt zu sein.

Amazonen

Ja, diese Frauen sind wagemutige Kämpferinnen, anders kann ich es nicht bezeichnen Kati und Simone.
Simone ist inzwischen krebsfrei und bei Katharina hat die Chemo zu einer Glatze geführt. Die beiden wollten unbedingt zusammen auf ein Foto.

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Simone # 2

Simone war wieder bei mir im Studio.
Heute war sie ganz mutig, denn es war ein besonderes Shooting und ich bin so glücklich, dass ich diese Fotos machen durfte. Sie ist so eine schöne Frau und hat den Krebs besiegt!!.

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Andrea

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Andrea ist 46 Jahre alt, verheiratet und hat keine Kinder. Sie war fröhlich und aufgeräumt als sie mit einer Freundin in mein Studio kam. Bei Andrea wurde im November 2014 Hormonell bedingter Brustkrebs diagnostiziert. Die befallene Stelle war 8 cm groß. Ihr wurde die befallene Brust komplett entfernt und Ende August 2015 hat sie ein OP zum Wiederaufbau einer neuen Brust. Andrea hatte eine Chemotherapie, in deren Folge sie die Haare verlor. Seit Februar 2015 trägt sie Glatze. Inzwischen wachsen die Haare wieder

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Als sie zu mir kam, trug Andrea ihre Perücke. Ihre Freundin sah sie auch erstmals ohne, als ich sie bat diese abzunehmen. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie Haare ein Gesicht und somit die Frau verändern.

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Zum Vorschein kam eine andere Frau, ein Kobold, war mein Eindruck. Es klang glaubwürdig, dass sie manchmal nicht weiß wohin mit ihrer Energie. Sie beschäftigt sich gerne mit Möbeln und streicht diese auch. Problematisch findet Andrea ihre Ohren. Die ihr nun, da sie keine Haare mehr hat, irgendwie zu groß waren und abstehen würden.

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Und dann packte sie einen Hut aus.

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Andrea hat mir heute geschrieben:

Ich bin durch die Zeitschrift „Mama Mia“ auf Beate Knappe und Ihr Projekt aufmerksam geworden.Es hat mich sehr neugierig gemacht, und wollte nicht mehr aus meinem Kopf. Ich habe sehr lange überlegt ob ich Sie kontaktiere und mich traue, aber da dachte ich: „ egal, ich mach das, ich mach das für mich..“ und es war eine echt tolle Erfahrung und die richtige Entscheidung. Ich habe soviel tolle Resonanz zu den Fotos bekommen, was mir sehr viel Selbstbewusstsein und Stärke in der Zeit gab.
Ich bin Beate sehr dankbar für dieses Projekt und wünsche Ihr und den Unterstützern eine tolle Ausstellung und das damit viele Frauen erreicht werden und Sie alle sehen, Sie sind damit nicht allein.
Mein Lieblingsspruch:

      Nimm dir Zeit für die Dinge die dich glücklich machen.

Renate – update

Die erste Chemo hatte sie bereits. Und in dieser Woche bekommt sie die zweite. Renate hat angefangen ihre Geschichte, ihre Gefühle, all das, was eine Frau in ihrer Situation beschäftigt, in einem Blog aufzuschreiben. Sie nennt es SelbstTherapie. Sie beeindruckt mich immer wieder. Hier kommen aktuelle Fotos, denn die wenigen Haare, die sie hat stehen lassen, fallen nun auch aus.

Renate – go girl!!

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Otmar Steinbicker:

Als seit 27 Jahren durch Chemotherapie geheilter Krebspatient wünsche ich allen Kolleginnen den mir gegönnten Erfolg. Ich bewundere ihren Mut, sich dieser Krankheit offensiv zu stellen. Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass ein offensiver Umgang mit dieser Krankheit die Erfolgschancen erhöht. In diesem Sinne wünsche ich allen ein gutes Gelingen! Ich freue mich sehr, dass Du, liebe Beate diesen Prozess mit Deinen besonderen fotografischen Fähigkeiten unterstützt.

Renate

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Renate führt ihr Geschäft schräg gegenüber von meinem Studio. Sie hatte mir erzählt, dass sie es aufgeben wird, weil sie an Krebs erkrankt ist. Dann sah ich Fotos von ihr, auf denen sie sich ihr Haare abschneiden lies, da diese bei der Chemotherapie ja ausgehen würden. Für mich zeigte sie damit, dass sie nicht bereit ist, sich als Opfer zu fühlen.
Ich dachte: was für eine mutige Frau (!), die will ich portraitieren!

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Wir trafen uns also zu einer Fotosession. Als Stylistin war für Renate ein Fotostudio kein unbekannter Ort, doch vor der Kamera zu stehen war schon ungewohnt für sie.

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Wir haben verabedet, uns im Laufe des kommenden Jahres immer wieder zu einer Fotosesion zu treffen!

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